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Haus & Grund Singen feierte 100. Geburtstag

Jubiläumsgala mit prominenten Gästen

Mit einem großen Festakt feierte der Singener Haus- und Grundeigentümerverein in der Singener Stadthalle seinen 100. Geburtstag. „100 Jahre Haus & Grund“ spiegelt auch 100 Jahre bauliche und gesellschaftliche Entwicklung in Singen, der Region und im gesamten Land“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Bernhard Hertrich in seiner Begrüßungsansprache vor mehr als 400 Gästen - darunter neben vielen Mitgliedern auch prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden wie der Innenminister Thomas Strobl, Jürgen Schrader, Vorstand des Landesverbandes, Eva-Maria Leirer, Vorstand des Aufsichtsrats des Landesverbandes, der Singener Oberbürgermeister Bernd Häusler und viele Vertreter der benachbarten Vereine. Musikalisch umrahmten die Comedian Tales aus dem schweizerischen Diessenhofen den Abend.

Dienstleister für private Vermieter

Durch die Reden und Glückwünsche zogen sich auch immer wieder mahnende Worte, vor allem, dass häufig private Vermieter mit den großen Wohnungsbaukonzernen und ihren mitunter rabiaten Verhaltensweisen in einen Topf geworfen werden und unter den politischen Reaktionen zu leiden hätten. Dabei wurde deutlich gemacht, dass es die privaten Wohnungseigentümer seien, die mit 72 Prozent den meisten Mietwohnraum zur Verfügung stellen. „Für sie sieht sich Haus & Grund seit 100 Jahren als Dienstleister“, unterstrich Bernhard Hertrich und sprach sich deutlich gegen den Aufbau von Feindbildern zwischen Vermietern und Mietern aus.

In seinem Rückblick wies er darauf hin, dass durch das schnelle Wachstum der Stadt Singen es bis heute immer wieder zu Wohnungsknappheit und den damit verbundenen politischen und gesellschaftlichen Reaktionen gekommen ist. „Es kommt immer wieder der Reflex, mit Zwangswirtschaft zu reagieren“, schlug Hertrich kritische Töne an. Dabei sei das einzige, was helfe, „bauen, bauen, bauen…“ und dazu Bauwilligen auch das Engagement zu erleichtern. „Singen braucht weiter bezahlbaren Wohnraum“, so Hertrich. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen schaffen, appellierte Hertrich an die anwesenden Vertreter von Landesregierung und Stadt.

Interessensverband als Partner der Politik

Innenminister Thomas Strobl unterstrich in seinem Festvortrag, dass Haus & Grund zu einem der wichtigsten Interessensverbänden gewachsen sei, für die Mitglieder und auch als Partner der Politik: „In der Zeit der vielen Gesetze ist diese Interessensvertretung um so wichtiger, als tatkräftige Unterstützung für die Mitglieder.“ Eigentümer setzten auf Bestand. Sie würden bedeutende Werte wie Stabilität und langfristiges Denken vertreten. „Sie denken in Generationen. Das ist wichtig für unsere Wirtschaft und für unser Land“, so Strobl. Energisch wandte er sich gegen den Berliner Mietpreisdeckel. „Den wird es in Baden-Württemberg nicht geben. Er schaffe keine Gerechtigkeit und keinen Anreiz, neuen Wohnraum zu schaffen. Das Land Baden-Württemberg habe seit 2016 die Rahmenbedingungen für Wohnbau verbessert mit dem Ziel, Kosten und Bürokratie zu reduzieren. Auch die geplante Reduzierung der Grunderwerbssteuer werde Entlastung für Neueigentümer bringen. Sie soll von 5 auf 3,5 Prozent gesenkt werden. Das größte Potenzial in Sachen Klimaschutz sieht Strobl in der Gebäudesanierung.

Zum Thema Grundsteuer erklärte er den rechtlichen Zwang zur Neuregelung und äußerte sich zufrieden, dass im Ergebnis der Föderalismus praktiziert und individuelle Lösungen in den Kommunen gefunden werden können. Darauf ging auch der Singener OB Bernd Häusler in seinem Grußwort ein und versprach, sich dafür einzusetzen, die Bürger nicht zusätzlich zu belasten. Er bedankte sich bei allen privaten Investoren, die in Singen Wohnraum zur Verfügung stellen und sagte zu, sich gegen die wachsende Zahl von Vorschriften einzusetzen, um Bauwillige zu unterstützen. „Sie können stolz auf Ihre engagierten Vorstände und Geschäftsführer sein“, so Häusler und wünschte sich für die Stadt und den Hegau weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit.

Rechtsichere und individuelle Beratung

va-Maria Leirer stellte in ihrem Grußwort provokativ die Frage in den Raum, ob Haus & Grund heute noch zeitgemäß sei. „Wir werden auch in Zeiten der Informationsflut aus dem Netz gebraucht“, ist sie sicher. Die rechtssichere Beratung und Begleitung im individuellen Fall sei die Stärke der Vereine und unverzichtbar für die Mitglieder. Auch Eva-Maria Leirer setzte politische Akzente: „Unsere Mitglieder sind nicht die Preistreiber durch Mieterhöhungen“, betonte sie. Sie mahnte ebenfalls, die privaten Vermieter nicht für die Fehler der Großunternehmen büßen zu lassen und nannte als Beispiel die krassen Mieterhöhungen um 100 bis 160 Prozent, wie sie beispielsweise in München vorkämen. „Unser Verband und unsere Mitglieder unterstützen solche gierigen Methoden nicht“, machte sie deutlich. Dem Innenminister gab sie mit auf den Weg: “Tragen Sie unsere Anregungen mit nach Stuttgart.“

Der Abend klang harmonisch nach dem offiziellen Teil mit Imbiss und Getränken und vielen individuellen Gesprächen mit den politischen und den Verbandsvertretern aus.

Impressionen aus der Jubiläumsgala

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